Unsere Forderungen

Im Zuge unserer Aktivitäten zur Bürgerbeteilligung haben wir aus den Rückmeldungen der Bürger und unseren eigenen Recherchen folgende dringend notwendige Aktivitäten abgeleitet. 

  • Informationen zum Stand der Gespräche über den Erhalt von Bestandsbauwerken

    Die Stadt Stuttgart hat in ihrem Grundstückskaufvertrag mit der Deutschen Bahn diese dazu verpflichtet, alle Bestandsbauwerke zumindest zum Teil abzureißen. Der Siegerentwurf des Internationalen Architektenwettbewerb des Büro ASP Architekten, sieht aber -wie es sich die Bürger gewünscht haben- vor, viele Bestandsbauwerke zu erhalten.
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    Die Deutsche Bahn hat jedoch bereits mit der Planung des Rückbaus des Gleisvorfeldes begonnen. Wenn die Stadt die Bestandsbauwerke vor dem Abriss retten will, muss Sie jetzt Gespräche mit der Deutschen Bahn führen.
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    • Wir fordern, dass die Stadt über diese Gespräche und deren Ergebnisse, die Öffentlichkeit umfassend informiert!

  • Nachnutzung der erhaltenen Bestandsbauwerke prüfen

    Für die Bestandsbauwerke der Bahn, die erhalten bleiben sollen, muss deren Eignung und Zustand für eine weitere Nachnutzung durch Gutachten untersucht werden. Bisher basiert jede Zustandseinschätzung der Bauwerke auf den sog. Bauwerksbüchern der Deutschen Bahn. Diese machen Aussagen zur Eignung für den Bahnbetrieb und somit über den Zustand der Rohbausubstanz.
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    Ob und in welchem Umfang und zu welchen Kosten, welche spezifische Nachnutzung möglich ist, wurde jedoch noch nicht einmal oberflächlich untersucht. Ohne eine Entscheidung für eine konkrete Nachnutzung und deren Prüfung auf Machbarkeit, fehlt der Stadt die Grundlage für wichtige Gespräche mit der Deutschen Bahn, wo sie diese aus ihrer Rückbauverpflichtung entlassen möchte – und wo nicht.
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    • Wir fordern, dass die Stadt entsprechende Gutachten einholt und über Ihre Ergebnisse öffentlich informiert.

  • Die Topgrafie muss alltagstauglich gestaltet werden

    Das Gelände des neuen Rosensteinviertels wurde für den Bahnbetrieb künstlich modelliert: Die Bahnanlagen liegen auf einem aufgeschütteten Plateu, dass im Westen durch den 12m hohen Bahndamm begrenzt wird und auf der anderen Seite bis zu 17m tief senkrecht zum Schlossgarten abfällt.
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    Insbesondere der schroffe Höhensprung an der Parkkante behindert Rollstuhlfahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger mit Kinderwagen, sowie eine zukünftige direkte Verkehrsanbindung von Stuttgart Nord nach Stuttgart Ost. Der Siegerentwurf des Internationalen Architektenwettbewerbs von ASP Architekten hat bereits einen guten Lösungsvroschlag für eine alltagstauglichere Topografie gemacht.
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    • Wir fordern aber zu prüfen, ob eine noch bessere, alltagstauglicher gestalteteTopografie, aber insbesonders barrierefreie Übergänge in den Schloss-Park möglich sind.

  • Synergieeffekte bei der Beräumung des Gleisvorfeldes prüfen

    Der Grundstückkaufvertrag zwischen der Deutsche Bahn und der Stadt Stuttgart sieht vor, dass die Bahn die oberflächliche Beräumung des Gleisvorfeldes übernimmt, und die Stadt Stuttgart sich im Anschluss, um die Beseitigung von tiefen Bauwerksresten und die Herstellung der Topografie kümmert. Diese Vereinbarung war ursprünglich rein kalkulatorischen Überlegungen geschuldet und ist nicht besonders praxistauglich. Sofern an dieser Regelung festgehalten wird, sollte die Stadt Stuttgart prüfen, ob und wie man für die anstehenden Arbeiten Synergieeffekte nutzen kann. Prädestiniert ist hier die Logistik für den Abtransport der Massen. Eventuell sogar eine gemeinsame Beauftragung von Bauunternehmen. Positiver Nebeneffekt wenn beide Organisationen Ihre Baumaßnahmen bündeln, wird auch erreicht das die Anwohner im Nordbahnhofviertel nur so wenig wie nötig gestört werden.
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    Weitere Synergieeffekte sind im Zuge der Genehmigungsverfahren denkbar: Die Deutsche Bahn muss für die oberflächliche Beräumung des Gleisvorfeldes ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen. Diese enthält auch eine artenschutzrechtliche Prüfung: Mit hoher Wahrscheinlichkeit befinden sich auch auf dem Gleisvorfeld geschützte Eidechsen, die umgesiedelt werden müssen. Will die Stadt Stuttgart nicht riskieren, dass sich nach der Beräumung des Gleisvorfelds durch die Deutsche Bahn wieder Eidechsen ansiedeln, so muss sie mit ihren Arbeiten z.B. für die Herstellung der Topgraphie im unmittelbaren Anschluss an die Arbeiten der Deutschen Bahn beginnen.
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    • Wir fordern deswegen, dass die Stadt Stuttgart in den Gesprächen mit der Deutschen Bahn prüft in welcher Art Synergieeffekte genutzt werden können – und anschließend öffentlich darüber informiert.

  • Künftige ÖPNV Projekte nicht verbauen

    Im Zuge der Planung von Stuttgart 21 wurden bereits Erweiterungsoptionen für eine zukünftige Steigerung des Verkehrsaufkommens vorgesehen – nicht nur für den Fernverkehr, auch für die S-Bahn. Beim Internationalen Architektenwettbewerb haben wir aber den Eindruck gewonnen, dass z.B. mit den Trassen der zukünftigen S-Bahn recht sorglos umgegangen wurde.
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    Sicherlich gibt es bautechnische Lösungen, um zum Beispiel unter einem bestehenden Gebäude Tunnel zu bauen (Stuttgart 21 demonstriert das eindrucksvoll mit der „Alten Bahndirektion“) -aber zu Lasten der Kosten und somit der Rentabilität und einer möglichen Förderfähigkeit durch Bund und Land.
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    • Wir fordern deswegen, dass zukünftige ÖPNV-Bauprojekte, wie die von der Bahn geplante Stuttgart 21 Erweiterungsoption Nordkreuz oder das dritte Gleis an der Haltestelle Mittnachtstraße bei der Planung der künftigen Bebauung strikt berücksichtigt werden müssen.

  • Gestaltung wagen, Zweckarachitektur hinterfragen

    Wir wünschen uns einen ernsthaften und leidenschaftlichen Gestaltungswillen: Rosenstein bietet die einzigartige Möglichkeit visionäre Architektur zu wagen.
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    • Wir fordern, Zweckarchitektur, wie sie derzeit für die Haltestelle Mittnachtstraße – eine stadtbildprägende S-Bahn-Haltestelle und DER Verkehrsknotenpunkt zwischen Nordbahnhofviertel und Rosensteinviertel- geplant ist, nicht hinzunehmen und kritisch zu hinterfragen.

  • Lösung für bezahlbaren Wohnraum

    Der Gemeinderat muss endlich mit der Diskussion fortfahren, wie mit den städtischen Grundstücken im Entwicklungsgebiet Rosenstein umgegangen wird. Die Stadt als Eigentümer der Grundstücke hat es in der Hand, dass im Rosensteinviertel bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.
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    • Wir fordern, dass eine dauerhafte und tragfähige Lösung zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum erarbeitet wird. Insbesondere muss geklärt werden, wie eine sinnvolle soziale Bodenordnung im Entwicklungsgebiet Rosenstein aussieht.

  • Gründung einer Projektgesellschaft

    Ein Projekt dieser Dimension kann selbstverständlich ohne personelle Stärkung der zuständigen städtischen Stellen nicht umgesetzt werden. Jedoch sind wir der Meinung, dass ein Projekt dieser Größenordnung selbst mit personeller Verstärkung, innerhalb der bestehenden Strukturen nicht bewältigt werden kann: Eine integrierte Planung und Fertigung des Stadtteils, sichert die Effizienz und Qualität der Stadtentwicklungsaufgabe. Möchte man zudem die Voraussetzungen für eine starke Innovationsorientierung schaffen, erfordert dies zwar eine hohe staatliche Steuerungsfähigkeit aber auch die Bewältigung einer erheblichen Menge von nicht hoheitlichen Aufgaben.
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    Mit der Bündelung dieser Aufgaben in einer eigenen Gesellschaft in Besitz der Stadt, kann diese durch eine sehr breite fachliche Aufstellung die städtischen Strukturen wesentlich entlasten und bei gleichzeitig garantierter hohen staatliche Steuerungsfähigkeit, auch wichtige Aufgaben wie die Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation übernehmen.
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    • Wir fordern die Gründung einer eigenen leistungsfähigen, unabhängigen, Projektgruppe nach dem Vorbild der Stadt Hamburg, die dies mit der HafenCity Hamburg GmbH beim Bau der Hafencity praktiziert.

  • Erwerb des Paketpostamtes

    Im Gegensatz zu den Gleisflächen ist das 4,5 Hektar große Areal des Paketpostamtes noch nicht im Besitz der Stadt Stuttgart. Allerdings gibt es für Rosenstein erst Planungssicherheit, wenn die Stadt im Besitz des Paketpostamtes ist, dessen Areal immerhin mehr als 5% der gesamten Entwicklungsfläche Rosenstein ausmacht.
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    • Wir fordern, dass die Stadt Stuttgart umgehend öffentlich über den Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Post AG informiert, beziehungsweise einen Zeitrahmen für den Abschluss der Kaufverhandlungen festlegt.

  • Standorte der Kulturbauten prüfen

    Von großer Bedeutung für die Wohnqualität im Rosensteinviertel ist die Infrastruktur, zu der auch die Standorte der Kulturbauten gehören. Die Jury des internationalen Architekten-Wettbewerbs hatte zum Beispiel Zweifel am Standort des Lindenmuseums im Sieger-Entwurf von ASP Architekten geäußert.
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    • Wir fordern die ideale Lage der Kulturbauten detailliert nachzuprüfen und ggf. auch öffentlich zu diskutieren.

  • Verknüpfung des Rosensteinviertel mit dem Nordbahnhofviertel untersuchen

    Der Siegerentwurf des Internationalen Architekten-Wettbewerbs, das Büro ASP Architekten, schlägt an Stelle des Gleisbogens den sog. Gleisbogenpark vor. In diesem sollen Teile der Bestandsbauwerke und Teile des Bahndamms erhalten werden. Da der Architekten-Wettbewerb Entwürfe für die gesamte Entwicklungsfläche eingefordert hat, musste in einem entsprechend großen Maßstab gearbeitet werden. Nun müssen natürlich noch die Details ausgearbeitet werden.
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    • Wir fordern bei der weiteren Planung nochmals die Verknüpfung des Rosensteinviertel mit dem Nordbahnhofviertel genau zu untersuchen. Außerdem muss der Gleisbogenpark so gestaltet werden, dass er ein „verbindendes“ und nicht eher ein „trennendes“ Element ist.

  • Arbeitsmodell aus Gips anfertigen und ausstellen

    Bei unseren Veranstaltungen haben wir festgestellt, dass die Bürger Schwierigkeiten haben die Planungen und deren räumliche Zusammenhänge zu erfassen. Hier kann eine Visualisierung, wie unser 3D-Modell helfen. Doch das 3D-Modell erfordert Fachkenntnisse und kann von uns aus lizenztechnischen Gründen auch nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. Um die Bürger -auch die, die zum Beispiel keinen Computer haben- ausreichend zu informieren, braucht es unserer Meinung nach ein physikalisches Modell, in das man dann auch bestehende und zukünftige Entwürfe einarbeitet.
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    • Wir fordern deswegen, dass die Stadt Stuttgart ein Arbeitsmodell aus Gips im Maßstab 1:500 anfertigen lässt und öffentlich ausstellt.