Wie soll das Bahnhofsumfeld gestaltet werden?

Der  Hauptbahnhof und sein Umfeld prägen für viele Menschen den ersten Eindruck, wenn Sie in Stuttgart ankommen. Dies war schon vor hundert Jahren so – doch hat sich inzwischen viel getan: Der Bahnhof liegt nicht mehr am Rande einer Gleiswüste, sondern mitten in der Stadt und ist bald die wichtigste Schnittstelle des neuen Rosensteinquartier zur Stadt.
Nach der Fertigstellung des Tiefbahnhofs ergibt sich die einmalige Gelegenheit, das Bahnhofsumfeld völlig neu zu gestalten und zu einer würdigen Visitenkarte für die Stadt Stuttgart zu entwickeln.


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Worum geht es?

Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof liegt künftig nicht mehr am Rande der Innenstadt, sondern zentral mitten in der Stadt. Dank der Anbindung an den Flughafen, das Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz und den ÖPNV wird er zu einem der am besten erreichbaren Orte Baden-Württembergs. Nördlich des Tiefbahnhofs soll nach dessen Fertigstellung ein neues Quartier gebaut werden.

Außerdem wird der Bahnhof die Schnitstelle zwischen „alter“ und „neuer“ Innenstadt. Zusammen mit dem umgestalteten Bonatzbau entstehen völlig neue Laufwege mit signifikanten Auswirkungen auf den Bahnhofsvorplatz und die Klettpassage.

Das neue Bahnhofsumfeld, dass viele Menschen als ersten Eindruck Stuttgarts wahrnehmen werden, sollte eine für die Stadt Stuttgart würdige Visitenkarte werden.

  • die Bahn stellt mit dem Bau des Tiefbahnhofs-Trog in 2018 entscheidende Weichen für die umliegende Bebauung.
  • Die Bahn hat das Baurecht für die neue Tiefgarage und will bauen.
  • ein öffentliches Gebäude benötigt vom Architektenwettbewerb bis zur Eröffnung im Schnitt ca. 10 Jahre Vorlaufzeit!

Warum ist das ein Problem?

Für die Gestaltung des Platzes auf dem Dach des Tiefbahnhofs bzw. die unmittelbaren Ein- und Ausgangsbereiche gibt es schon erste Pläne, aber schon dahinter beginnen die weißen Flecken: der Architekt des Tiefbahnhofs, Christoph Ingenhoven, hat zwar im Zuge seines Wettbewerbsentwurfes, auf der Fläche der heutigen Bahnsteighalle ein Gebäude mit Tiefgarage vorgesehen.  Aber in der Planfeststellung für den Tiefbahnhof wurde nur die Tiefgarage und das Untergeschoss des Gebäudes planfestgestellt.
Während der Bau der Tiefgarage  eine zwingende Auflage für die Erschließung des Tiefbahnhof ist, ist das Untergeschoss aber nur wegen seiner Lage als  ein wichtiger Zugangsweg zum Bahnhof relevant - das heißt es könnte auch völlig anders gestaltet werden.

Auch wenn Herr Ingenhoven bereits einen Entwurf für ein Bürogebäude vorgestellt hat, ist noch offen, was dort entstehen soll: Dies entscheidet die Stadt Stuttgart als Grundstückseigentümer.

Obwohl bereits im Jahr 2016 wurde ein Architektenwettbewerb angekündigt wurde, wird die Gestaltung des Bahnhofsumfeld vorerst nur im Rahmen des großen internationalen Architekten-Wettbewerbs im Jahr 2018 betratchet.

Im Zuge des Baufortschritts am Tiefbahnhofstrog werden jedoch schon erste Bauvorleistungen für das Nordgebäude erbracht, sowie  vertiefte Planungen für die Tiefgarage begonnen.

Das Zeitfenster in dem man noch ohne größere Mehrkosten / Mehraufwand umplanen kann schließt sich bald.


Welche Lösungen gibt es?


Zügig Klarheit schaffen

Da das Nordgebäude auf der Tiefgarage nur nachrichtlich planfestgestellt ist, besteht noch die Möglichkeit die Planungen der Bahn (Tiefgarage) und der Stadt (Gebäude) aufeinander abzustimmen. Hierzu muss die Stadt aber JETZT entscheiden was gebaut wird und möglichst bald einen Architekten- wettbewerb ausloben


? Offene Fragen:

Wie soll das Gelände nördlich des Bahnhofs bebaut werden?

Das 2 Hektar große, sogenannte A3-Gebiet, umfasst die Fläche der Bahnhofshalle des heutigen Kopfbahnhofs. Direkt am Straßburger-Platz, also dem Platz auf dem Bahnhofstrogs von Stuttgart 21, war schon im Wettbewerbsentwurf des Banhofsarchtiketen ein Gebäude vorgesehen.

Prinzipiell kann man zwei Nutzungsarten unterscheiden:

Kommerzielle Nutzung, Büros Hotel / Einkaufszentrum.

Öffentliche Nutzung, wie zum Beispiel ein Museum, eine Philharmonie oder ein „Eventplatz“

Entwurf für ein Nordgebäude am Stuttgarter Bahnhof von Christoph Ingenhoven

Der Architket des Tiefbahnhofs Christoph Ingenhoven hat bereites im Zuge des Wettbewerbs für den Tiefbahbhof 1997 ein sog. „Nordgebäude“ geplant. Das siebenstöckige Gebäude ist nachrichtlich planfestgestellt: Das heißt, nur die darunter liegende Tiefgarage und die Zugänge zum Tiefbahnhof im Erdgeschoss sind Teil des Planes. Der Rest des Gebäudes ist nur eine Art „Platzhalter“.

Abbildungen © IGBürger/Weigel/Kartengrundlage Stadtmessungsamt der Lhst Stuttgart

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Als Beispiel für die Nutzung mit einem kombiniertem Konzerthaus und Konferenzzentrum, also ein öffentliches Geabäude, dient hier die Liederhalle.

Der Wunsch nach einem komplett unbebautem Eventplatz wurde zwar schon geäußert, aber eine Nicht-Nutzung geht wohl komplett an den Beürfnissen der Stadt vorbei!

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Eine etwas andere Herangehensweise, die auch das Thema „Eventplatz“ aufgreift, ist eine Kombination aus einem öffentlichen Gebäude (hier das Centre Pompidou, Paris) mit einem urbanen Platz für Events und Veranstaltungen (der Karlsplatz) und einem Konzertpavillion (der frühere Landespavillon)

Die Teilnehmer unserer Veranstaltung waren sich zwar einig, dass es neben dem neuen Tiefbahnhof „lebendig“ zugehen soll und dass ein Einkaufszentrum wie z.B. das Milaneo ein starker Frequenzbringer ist. In der direkten Entscheidung bevorzugten Sie aber ein öffentliches Gebäude.

Ein repräsentatives, öffentliches Gebäude soll das Gebiet nördlich des Bahnhofs prägen – so zumindest die Meinung der Teilnehmer unserer Veranstaltung. Jedoch soll es auch durchaus ein Ort sein, an dem immer was los ist. Gerade die klassischen Konzerthallen haben das Problem, dass sie ausserhalb der Konzertzeiten oftmals recht „verlassen“ wirken. Das Pariser Kunstmuseum „Center pompidou“ stieß als Vorbild auf große Gegenliebe: Ein Gebäude das allein schon aufgrund seiner Archtiektur eine Attraktion ist. Seine Mischung aus Kunstmuseum, Buchläden, Souvenirshops sowie Cafe und Restaurant machen es zu einem Gebäude für „jedermann“

Kulturviertel – Innovation oder alter Hut?

Im Jahr 2009 berichtete die Immobilienzeitung, dass sich Stuttgarts damaliger Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, auf dem A3-Areal zwei “ kulturelle Leuchttürme“ vorstellt: Eine Schlossgarten-Philharmonie und ein Museum der Kulturen. Den Baubeginn avisierte er schon einmal für 2019. Der beühmte Stuttgarter Architekt Werner Sobek präsentierte auch gleich einen architektonischen Etnwurf einer „Schlossgarten-Philharmonie“, die beide Gebäude sprichwörtlich unter einem Dach vereinte. Doch um die Pläne wird es schnell wieder still.

Der dann bald folgende neue Oberbürgermeister Fritz Kuhn verkündete, dass er die Pläne zwar grundsätzlich gut finde, dass aber zunächst anderes Priorität habe.

Anfang 2017 ist es dann der kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Nils Schmid, der wieder einmal an die Pläne für ein neues Lindenmuseum erinnerte. In der Stuttgart Zeitung mahnte er

„… zügig eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem Linden-Museum weitergeht. Bebauungsplan und Genehmigungen müssten in den kommenden Monaten in Angriff genommen werden, meint Schmid, damit man nach dem Rückbau der Gleise und der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs dann 2022 mit dem Bau beginnen könne. ‚Sonst läuft uns die Zeit davon‘, so Schmid. ‚Für so ein komplexes Vorhaben sind sechs Jahre nichts.‘ „

Und hier spricht uns Nils Schmid aus der Seele: Das oben erwähnte Center Pompidou hat 7 Jahre von der ersten Idee bis zur Fertigstellung benötigt. In Deutschland benötigt ein öffentliches Gebäude vom Architektenwettbewerb bis zur Eröffnung im Schnitt ca. 10 Jahre Vorlaufzeit! (bei der Elbphilharmonie waren es tatsächlich 16 Jahre von der ersten Idee bis zur Eröffnung!)

Egal wie, Stuttgart muss sich JETZT entscheiden:
  • Schmeckt uns Bürger dieser „Alte Wein in neuen Schläuchen“ (also das Kulturquartier) ?
  • Wenn Ja, wollen wir dann alle drei Gebäude auf das A3-Areal packen, oder doch lieber über das gesamte Rosenstein-Areal verteilen?
  • Wenn Nein, was dann? Ein weiteres Milaneo oder gar ein weiteres Wohn- & Bürogebäude, so wie nebenan im Euopaviertel?
Zentral ist jedoch, dass WIR Bürger nicht nur prophylaktisch als „Ghostwriter“ für das Memorandum Rosenstein beiteiligt werden, sondern konkret und im Detail eingebunden und gefragt werden.

Ein besonderes Dankeschön, wollen wir hier noch an die Kollegen von Aufbruch Stuttgart e.V. richten, die das Thema ebenfalls vorantreiben. Wie man in der Stuttgarter Zeitung lesen kann, sogar schon Verhandlungen mit der Rathaus-Spitze geführt haben. Jedoch wollen wir an dieser Stelle auch ausdrücklich davor warnen, dass nun „Geheim-Verhandlungen“ mit einzelnen Interessensgruppen stattfinden. JEDER Bürger muss seine Meinung einbringen können. Unser Ansatz ist hierfür die enge Kooperation mit den Gemeinderatsfraktionen, die Stuttgart 21 befürworten!

Wie ist IHRE Meinung zum Bahnhofsumfeld? Diskutieren Sie hier mit uns mit!